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19. Juli 2026

Instagram-Etikette: Wer wird wie genannt?

Tag, Mention, Caption oder Schweigen — die Frage, wer bei einem Shooting-Bild auf Instagram wie genannt wird, sorgt regelmäßig für Reibung. Ein kleiner Leitfaden für faire Nennung, ohne dass es förmlich wird.


Bildnennung ist die wahrscheinlich unterschätzteste Konfliktquelle in der TFP-Szene. Nicht weil sie wichtig wäre wie ein Vertrag — sondern weil sie oft nicht abgesprochen ist, und die "richtige" Antwort sich von Plattform zu Plattform unterscheidet.

Zwei Minuten Klärung vor dem Shooting ersparen euch unangenehme DMs nach der Veröffentlichung.

Was Nennung eigentlich bewirkt

Wenn das Model das Foto postet und die Fotograf:in im Bild taggt, passiert Folgendes:

Andersherum (Fotograf:in postet, taggt Model) gilt dasselbe spiegelverkehrt. In beide Richtungen ist eine Nennung in der Praxis Wert — sie überträgt Aufmerksamkeit von einem Profil zum anderen.

Drei Formen der Nennung, dreimal anders

  1. @-Tag im Bild (der Punkt auf dem Foto). Sichtbar nur, wenn man auf das Bild tippt. Hat den schwächsten Effekt für die Reichweite — wird aber gern verwendet, weil er die Caption nicht "zumüllt".
  2. @-Mention in der Caption. Sichtbar im Feed. Stärkster organischer Effekt. Faire Default-Form für TFP.
  3. Reine Erwähnung in Klartext ("Foto: Max Müller"). Keine Verlinkung. Bei Print-Veröffentlichungen üblich, auf Instagram aus Reichweitensicht das schwächste Format.

Was üblich ist und was zu wenig ist, hängt von der Beziehung ab. Aber: Wenn ihr nichts abgesprochen habt, ist @-Mention in der Caption der faire Default.

Was man vorher klären sollte

Drei Fragen, eine Minute:

Wenn ihr diese drei Sachen vor dem Shooting habt, ist die Veröffentlichung danach ein Klick, nicht eine Verhandlung.

Stilfragen, die wiederkehren

Soll man andere Beteiligte (MUA, Hair, Assistenz) auch nennen? Wenn ihr in einem Team gearbeitet habt: Ja. Reihenfolge typischerweise: Model, Fotograf:in, MUA, Hair, Assistenz. Wer mehr Mühe ins Bild gesteckt hat, kommt weiter vorne.

Was wenn der Look stark vom Outfit getragen wurde — Designer:in nennen? Wenn die Marke verliehen oder gestellt wurde: Ja, separates Tag. Wenn es eure private Klamotte ist: Nicht nötig.

Was wenn der Ort eine eigene Marke ist — Studio, Café, Kulisse? Bei kommerziellen Räumen, die euch das Shooting erlaubt haben: Tag als kleine Geste. Bei öffentlichen Orten: Nicht nötig.

Reposts und Stories — gilt das Gleiche? Ja. Im Repost wird vorne mehr gepostet und hinten oft mehr vergessen. Ein konsequenter Stil ist freundlicher als eine inkonsequente Hand.

Wenn etwas schiefläuft

Manchmal vergisst eine Seite die Nennung. Das ist meistens kein böser Wille. Eine kurze DM — "Hey, hab gesehen das Bild ist online, magst du mich noch in die Caption packen?" — ist die richtige Reaktion. Direkte Beschwerden auf öffentlichen Kommentar-Plattformen sind selten produktiv.

Hartnäckige Verweigerung der Nennung trotz vorheriger Absprache ist ein Vertrauensbruch. Aufschreiben, beim Profil notieren, bei Folgeprojekten berücksichtigen.

Wozu das alles?

Aufmerksamkeit ist die Währung von Social Media. Bildnennung verteilt diese Währung zwischen den Beteiligten — und sollte deshalb so behandelt werden wie jede andere Vereinbarung: vorher besprochen, hinterher eingehalten.

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