TFPshoots
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5. Juli 2026

Selbstporträts als Übungsraum

Vor der nächsten Pose-Recherche auf Pinterest: Stell die Kamera auf ein Stativ, stell den Selbstauslöser auf zehn Sekunden, und probier es selbst aus. Was das Selbstporträt für Models und Fotograf:innen leistet — jenseits von 'aus Mangel an Modell'.


Selbstporträts haben in der Fotografie-Szene ein leichtes Imageproblem. Sie gelten als Notlösung "weil gerade kein Modell verfügbar ist" oder als Eitelkeitsübung. Beides verkennt, wozu das Format eigentlich gut ist.

Selbstporträts sind der billigste Übungsraum, den die Fotografie kennt — und der ehrlichste.

Was das Selbstporträt lehrt

Für Fotograf:innen:

Für Models:

Setup

Das war's. Wer eine Funkfernbedienung oder eine Smartphone-Tethering-App dazu nimmt, wird schneller — aber notwendig ist das nicht.

Was du dabei lernst, das woanders schwer zu lernen ist

Eine Übungsidee

15 Minuten, drei Selbstporträts, jedes mit einer anderen Intention:

  1. Eines, in dem du nichts darstellst — neutrales Gesicht, gerader Blick.
  2. Eines, in dem du etwas nach innen gerichtetes erzählst — Augen zu, Blick weg, in dich gekehrt.
  3. Eines, in dem du etwas nach außen spielst — direkt in die Linse, Spannung, Präsenz.

Vergleich die drei. Was funktioniert, was nicht? Welches sieht überzeugend aus, welches gestellt? Diese Erkenntnis trägst du beim nächsten TFP-Shooting in beide Rollen mit hinein.

Wozu das alles?

Fotografie ist eine empathische Tätigkeit — egal ob du auslöst oder still hältst. Wer beide Seiten kennt, arbeitet ruhiger, kommuniziert klarer, macht bessere Bilder. Das Selbstporträt ist der direkteste Weg, beide Seiten zu kennen, ohne jemanden für die Übung zu brauchen.

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